Forschungsprojekte Antje Daniel (laufend)


Forschungswerkstatt Corona-Proteste

(seit November 2020)

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Ökodörfer als gelebte Utopien

Gefördert von der Forschungs- und Entwicklungsförderung an der Hochschule Fulda 2020
Förderzeitraum: 08/20-07/21
Projektleitung & Fallstudie Deutschland: Prof. Dr. Eva Gerharz, Hochschule Fulda
Kooperationspartnerin & Fallstudie zu Südafrika: Dr. Antje Daniel, Institut für Internationale Entwicklung Universität Wien

Angesichts vielfältiger Bedrohungsszenarien, in denen sich ökologische Katastrophen und Naturzerstörungen ebenso wie der Pandemie oder autoritäre Tendenzen vielfach ineinander verschränken, werden Ökodörfer als gelebte Utopie zum Hoffnungsort und Pionier einer alternativen, demokratischen Zukunft. Ökodörfer bieten ein Experimentierfeld für nachhaltige(re) Lebensweisen, solidarische(re) Ökonomie und/oder stellen konsensbasierte und direktdemokratische oder konsensbasierte Entscheidungen. Inwieweit und welche Prozesse der Transformation können Ökodörfer damit anstoßen? Das Forschungsprojekt möchte die individuellen und kollektiven Utopien der Mitglieder der Ökodörfer erforschen und insbesondere die Umsetzung als soziale und politische Praxis im hier und jetzt ("prefigurative politics") beleuchten. Mit dem Fokus auf Strategien der Umsetzung der Imagination sowie auf ihrem gesellschaftlichen und politischen Anschluss soll das Projekt mithilfe einer praxiologischen Prozesse sozialen Wandels in konkreten gesellschaftlichen Zusammenhängen untersuchen. Den empirischen Kern bilden Fallstudien in Südafrika und Deutschland, welche mithilfe vergleichende ethnographischer Methoden durchgeführt werden sollen. Mit dem Nord-Süd-Vergleich soll überdies ein innovativer Beitrag zur Weiterentwicklung qualitativer, dichter Methoden geleistet werden. Das Projekt sucht damit Antworten auf aktuelle Fragen bezüglich der Zukunft von Demokratie und Klimagerechtigkeit und entwickelt neue Erkenntnisse über politische, soziale und ökologische Transformationsprozesse.


Forschungswerkstatt Protest. Fridays for Future & Umweltaktivismus in Wien

(seit April 2019)

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Aspiring to alternative futures: Protest and living utopia in South Africa 
8/2016 – laufend

Finanzkrisen, ökologische Katastrophen oder erodierende politische Strukturen stellen vielerorts Bedrohungen dar ebenso wie das Potential sich alternative Zukünfte vorzustellen, zunehmend abhandengekommen zu sein scheint. Diese Situation der Unsicherheit führt in Südafrika nahezu täglich zu Protest. Während soziale Bewegungen als jene Akteure gelten, welche in der Regel mit alternativen Zukunftsentwürfen in Verbindung gebracht werden, zeigen solidarische Ökonomien oder Do-it-Yourself Communities, dass Unzufriedenheit nicht allein durch Protest zum Ausdruck gebracht wird, vielmehr entstehen Initiativen, welche in ihrem alltäglichen Handeln nach einer soziale(ren) und ökologisch gerechte(re)n Zukunft streben. Die wachsende Anzahl dieser Initiativen, welche nicht durch Protestforderungen in Erscheinung treten, sondern in einer gelebten Praxis alternative Zukünfte im Hier und Jetzt praktizieren, können als gelebte Utopien definiert werden. Wie können wir diese unterschiedlichen kollektiven Akteure verstehen? Das Forschungsprojekt setzt hier an und analysiert die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von - gelebten Utopien und soziale Bewegungen - in ihrer Reaktion auf gesellschaftliche Konfliktfelder, ihre Zukunftsaspirationen und ihren Beitrag zum Wandel. Es wird damit ebenso untersucht, warum sich bestimmte Zukunftsvorstellungen gesellschaftlich verankern und weitergetragen werden, welche Relationen die unterschiedlichen Zukunftsvorstellungen zueinander haben, welche gesellschaftlichen Imaginationsräume existieren, wie sich ein Zusammenhang zwischen Imagination und biografischen Erfahrungen darstellt oder wie sich Zukunftsvorstellungen im Prozess ihrer Entstehung verändern. An dieser Stelle wird eine intersektionale Perspektive eingenommen, indem Zukunftsvorstellungen und -aspirationen in ihrer Relation zu gesellschaftlichen Kategorien wie Geschlecht, Alter oder Herkunft betrachtet werden. Analytisch verbindet die Forschung unterschiedliche akademische Debatten zu Protesten, Utopien, Zukunftsvorstellungen und leistet damit ein umfassendes Verständnis zum Zusammenhang von der Verfasstheit, den Strategien und den Zukunftsvorstellung der unterschiedlichen kollektiven Akteure und ihrem Beitrag zum gesellschaftlichen und politischen Wandel.