„Große Transformation(en)“ initiieren und mitgestalten

Kriterien für Strategien von entwicklungspolitischen NGOs, um einen ganzheitlichen Wandel voranzutragen


 

Inhaltliche Beschreibung

Unser Planet und unsere Gesellschaft sehen sich multiplen Krisen gegenüber. Eine Analyse dieser Krisen lässt deutlich werden, dass es systemische Ursachen sind, die Klimawandel, Ausbeutung, Menschenrechtsverletzungen, etc. verursachen: ein System, das aus ungezügeltem Kapitalismus, intransparent-patriarchalen Machtverhältnissen und Entsolidarisierung besteht, muss grundlegend transformiert werden, hin zu anderen Systemen.

Dafür gibt es viele Initiativen und (politische) Bewegungen: Ökofeminismus, Transition Towns, Rights of the Mother Earth, Solidarökonomie, Gemeinwohlökonomie,…, die alle Puzzlesteine eines größeren Ganzen sein können.

Mit welchen Methoden können entwicklungspolitische NGOs zu einem solchen Systemwandel beitragen? Wie schaut konkrete Projekt-, Anwaltschaft- oder Bildungsarbeit aus, wenn sie die „Große Transformation“ fördert? Wie könnte oder sollte sie aussehen?

Diese Arbeit soll eine Analyse von bestehenden Ansätzen einer entwicklungspolitischen NGO werden, die sich bereits dem Systemwandel verschrieben hat. Das zentrale Ziel der Arbeit ist dabei die Bestandsaufnahme von Strategien der entwicklungspolitischen NGO zur

  • Projektarbeit: Welche strategischen, thematischen, politischen Kriterien soll ein Projekt, eine Projektpartner*in erfüllen, um als „Keimzelle des Wandels“ zu wirken? Wie können bestehenden Partner*innen und deren systemischer Zugang in einen Prozess hin zu Großer Transformation integriert werden?
  • Bildungsarbeit: Wie muss Bildungsarbeit hin zu Systemwandel strategisch aufgesetzt sein? Welche Inhalte, welches Wissen muss wie generiert werden, um Transformation wirksam zu vermitteln und gemeinsam darüber in Austausch zu treten? Was für Formate zur Vermittlung können genutzt werden? Wie wird hier Erfolg fassbar?
  • Anwaltschafts- und Bildungsarbeit: Wie muss diese Arbeit strategisch aufgesetzt sein, um systemisch zu verändern? Welche Hebel müssen genutzt werden? Von wem muss was gefordert werden? Welche Allianzen sollten eingegangen werden, um transformativ zu wirken und Debatten zur großen Transformation wirksam anzustoßen bzw. zu verstärken?
  • Öffentlichkeitarbeit: Welche Narrative wirken hin zu einem Systemwandel im Zusammenhang mit einer entwicklungspolitischen Frauenrechts NGO? Wie kann Transformation im Fundraising so kommuniziert werden, dass kein Einbruch von Spenden erzeugt wird? Anhand welcher Kriterien werden „transformierende“ Narrative entwickelt?

Diese Arbeit soll eine Evaluationsmöglichkeit für das gewählte Themenfeld auf wissenschaftlicher Basis für die konkrete NGO-Praxis sein. Dabei ist der inhaltliche Fokus auf eines der oben genannten Bereiche nötig, und je nach Interesse der Masterarbeit- Verfasser*in zu wählen.

 

Methodisches Vorgehen

Variiert je nach ausgewähltem Forschungsbereich und Art des analysierten Materials. Möglichkeiten einer gemischten Vorgangsweise wären beispielsweise:

  • Literaturrecherche grundlegend zu Transformation & spezifischer für EZA
  • Internetrecherche einzelner NGOs/Forscher*innen, die Vorreiterrollen einnehmen, Kontaktaufnahme mit besonders relevanten NGOs, um deren Strategien zu analysieren
  • Evtl. gekoppelt mit qualitativer Forschung: narrative Interviews oder Leitfadeninterviews denkbar per Mail/Skype, um die Forschungsfrage zu behandeln
  • Erstellung von Kriterien/Grundlageninformation für die praktische Arbeit

 

Voraussetzungen/wünschenswerte Bedingungen

Die Verfasser*in sollte motiviert & neugierig & verlässlich & fröhlich sein, und auf Menschen- und Frauenrechte stehen. :)

 

Gewünschte Fertigstellung

Abschluss bzw. erste handfeste Ergebnisse wären im Herbst 2018 wünschenswert. (Es besteht u.U. die Möglichkeit, im November 2018 ein Symposium zum Thema „Große Transformation“ der Aktion Familienfasttag, das für die Fachöffentlichkeit in Salzburg stattfindet, zu besuchen und die Ergebnisse dort zu diskutieren.)

 

Sonstiges

Mit dem Motto „teilen spendet zukunft“ ist die Aktion Familienfasttag mit 60 Jahren auf dem Buckel eine der ältesten NGOs Österreichs und die einzige entwicklungspolitische Organisation mit Frauenrechtsfokus: Zentrales Anliegen der Aktion ist die Förderung von Frauen im Sinne einer ganzheitlichen Ermächtigung zur selbstbestimmten Gestaltung des Lebens. Neben der Verwirklichung der Menschenrechte geht es der kfb um den Auftrag zur Solidarität und den Einsatz für weltweit gerechte Wirtschafts-, Gesellschafts- und Machtstrukturen. Die Projektpolitik der Aktion Familienfasttag basiert auf einem partnerschaftlichen Ansatz. Dieser Zugang hat zum Ziel, die Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen auf gegenseitigem Vertrauen und intensivem Austausch zu gründen. Zusätzlich setzt sich die Aktion in ihrer Anwaltschaftsarbeit für Kleinbäuer*innenrechte und Ernährungssouveränität ein. Mit der Aktion setzt sich die Katholische Frauenbewegung Österreichs seit 1958 für Gerechtigkeit und Solidarität jenseits von Konfession und Nationen ein. Zigtausende ehrenamtliche Frauen laden dabei jedes Jahr in der Fastenzeit zu Verzicht aus Solidarität ein und sammeln österreichweit bei hunderten Fasten-Suppenessen Spenden für rund 100 Frauenprojekte im Globalen Süden.

 

Kooperationspartnerin

MMag.a Cornelia Barger
Katholische Frauenbewegung