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Transnationalisierung und Entwicklung

Transnationale Räume und Gemeinschaften (Verflechtungszusammenhänge, die über Ländergrenzen hinweg bestehen bzw. historisch gewachsen sind) spielen bei der Gestaltung sozialer, kultureller, wirtschaftlicher und politischer Transformationen im Zuge von Globalisierungsprozessen eine wichtige Rolle. Die Entstehung transnationaler Räume wird gefördert durch die Verbreitung von Massenmedien (ausgehend vom Buchdruck) und Entwicklungen in der modernen Kommunikationsindustrie, als Folge des rapiden Ausbaus und der radikalen Vergünstigungen im Reisesektor sowie durch internationale Migrationsbewegungen, durch welche der grenzüberschreitende Verkehr und Austausch von Waren und Informationen sowie die Mobilität von Menschen eine neue Qualität gewinnt.

Im Zentrum der Forschungsgruppe „Transnationalisierung und Entwicklung“ am Institut für Internationale Entwicklung steht die Beobachtung und Analyse der Konstitutionsprozesse von transnationalen Räumen in ihrer jeweiligen flächen-, zeit- und sozialräumlichen Konstellationen. Welche Netzwerke und transnationalen Räume entstehen durch historische und aktuelle Migrationsbewegungen und -beziehungen? Wie konstituieren z.B. MigrantInnen transnationale Räume und welche Rolle spielen diese im Alltagshandeln? Wie beeinflussen nationalstaatliche Grenzen und Regulierung die Entstehung und Beschaffenheit transnationaler Räume und wie wirken sich diese auf nationalstaatliche Grenzen aus? Während finanzielle und soziale Transferleistungen (remittances) gerade im Diskurs Migration und Entwicklung zu Hoffnungsträgern für den Kampf gegen Armut und globale Ungleichheit geworden sind, wird die Frage gesellschaftlicher Transformationen durch transnationale Aktivitäten sowie nach Machtstrukturen in transnationalen Räumen zu selten gestellt.

In diesem Sinne sind transnationale Räume nicht nur für die (Sozial-)Wissenschaft ein interessantes Phänomen, sie sind für Ökonomie, Kultur und Politik gleichermaßen relevant. Als theoretisches Konzept eröffnen sie einen neuen Zugang zur Erforschung und zum Verständnis von Sozialzusammenhängen und Transformationsprozessen, die nationale Grenzen überschreiten.

Die Wissenschaftlerinnen, die sich in dieser Arbeitsgruppe zusammengefunden haben, verbinden unterschiedliche disziplinäre Hintergründe und Schwerpunktsetzungen mit dem gemeinsamen Interesse an grenzüberschreitender Mobilität und deren Auswirkungen. Bei den aktuellen Diskussionen steht die Frage im Vordergrund, inwieweit der Ansatz bzw. die Ansätze zu transnationalen Räumen zur Konzeptualisierung eines gemeinsamen Rahmens genutzt bzw. weiterentwickelt werden kann/können.

Zur Forschungsgruppe „Transnationalisierung und Entwicklung“ gehören (in alphabetischer Reihenfolge): Petra Dannecker, Sara de Jong, Birgit Englert, Bea Gomes und Zeynep Sezgin.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Petra Dannecker

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Internationale Entwicklung
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